Diese Sprechtage haben in Berlin schon Tradition und werden seitens der BVG und der S-Bahn hochkarätig vertreten. Zum Sprechtag für die BVG-Straßenbahn kam der Direktor des BVG-Unternehmensbereichs Tram, zum Sprechtag der S-Bahn Berlin wird S-Bahn-Chef Peter Buchner persönlich erscheinen und für den Sprechtag des Regionalverkehrs haben sich gleich mehrere Geschäftsführer der Eisenbahnunternehmen der Region (DB-Regio, ODEG, NEB etc.) angekündigt.
Obwohl es erfahrungsgemäß wenig zärtlich auf diesen Veranstaltungen zugeht und die Moderatoren der IGEB eher Diskussionen zwischen Fahrgästen und ÖPNV-Bossen anheizen statt abzukürzen, scheinen den Unternehmen diese Sprechtage wichtig zu sein.
Für uns Fahrgäste bietet sich dabei die ideale Gelegenheit, an den diversen "Kundenfirewalls" (Hotline, Kundenbetreuung etc.) vorbei, offen anzusprechen wo es im ÖPNV-Alltag am stärksten hakt. Nicht selten müssen die "Chefs" dann kleinlaut zugeben, dass viele Probleme hausgemacht sind. Aber sie widersprechen auch, wenn Kundenwünsche an Geldmangel oder Sachzwängen scheitern müssen. Berliner Fahrgastsprechtage sind Begegnungen im Dialog.
Da stellt sich die Frage, wieviel Dialogbereitschaft es wohl in den Chefetagen der Potsdamer Verkehrsbetriebe gibt? Potsdamer Kommunalpolitiker haben sich bei Veranstaltungen mit dem ViP-Geschäftsführer schon desöfteren eine blutige Nase geholt, weil sie an der Eloquenz und dem Beharrungsvermögen von Martin Weis abgeprallt sind. Das mag aber auch an gegenseitigen politischen Motivationen gelegen haben.
Wäre die ViP bereit, sich auf einen Potsdamer Fahrgastsprechtag einzulassen? Dialog auf Augenhöhe und die Fähigkeit Kritik anzuhören, zu akzeptieren und für Verbesserungen zu sorgen? Erinnert man sich an die Kundenforen zu den neuen Fahrplänen der letzten Jahre, dann kommen doch Zweifel daran auf, ob die ViP ernsthaft bereit ist sich dem Kunden zu stellen. Denn diese angeblichen Kundenforen glichen mehr einer ViP-Marketingveranstaltung und Anmerkungen von Kunden wurde eher abgewiegelt denn ernt genommen.
Falls die ViP-Geschäftsführung ein Interesse am Dialog hat, Terminvorschläge bitte an unsere E-Mail-Adresse potsdamer.fenster@googlemail.com Diese Mail-Adresse steht übrigens auch allen Potsdamer Fahrgästen für ihren ÖPNV-Kummer offen.
Die Termine der Berliner Fahrgastsprechtage:
# Fahrgastsprechtag BVG-Bus | Dienstag 21.9.2010, 19 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Helmut Graetz, Abteilungsleiter Betriebsmanagement des BVG-Unternehmensbereichs Omnibus
Moderation: Artur Frenzel (IGEB, Abteilungsleiter Arbeitsgruppe Stadtverkehr Berlin)
-> Amerikahaus (ggü. dem Bhf Zoo), Hardenbergstr. 22
-> Anreise: RE1, RE2, RE7, RB14; S3, S5, S7, S75; U2, U9;
Bus M45, M46, M49, X9, X10, X34, 100, 109 ,110, 200, 204, 245, 249
S+U-Zoologischer Garten [R]
# Fahrgastsprechtag Regionalverkehr B-BRB | 27.9.2010, 19 Uhr
Gespräch mit Vertreter von DB Regio, ODEG, NEB und DB Station&Service
Moderation: Christfried Tschepe (Vorsitzender IGEB)
-> Amerikahaus (ggü. dem Bhf Zoo), Hardenbergstr. 22
-> Anreise: RE1, RE2, RE7, RB14; S3, S5, S7, S75; U2, U9;
Bus M45, M46, M49, X9, X10, X34, 100, 109 ,110, 200, 204, 245, 249
S+U-Zoologischer Garten [R]
# Fahrgastsprechtag S-Bahn Berlin | 30.9.2010, 19 Uhr
Gespräch mit Peter Buchner, Sprecher der Geschäftsführung S-Bahn Berlin GmbH
Moderation: Christfried Tschepe (Vorsitzender IGEB)
-> Kantine des DB-Campus (zw. U-Naturkundemuseum & S-Nordbahnhof), Caroline-Michaelis-Str. 5-11, Gebäude A.
-> Anreise: U6; Tram M6, M8, 12; Bus 245 bis U-Naturkundemuseum (Zinnowitzer Str.) oder S1, S2, S25; Tram M8, M10, 12; Bus 245, 247 bis S-Nordbahnhof
www.igeb.org




2 Kommentare:
Es gab auch in Potsdam einmal solche Sprechtage. Diese wurden meistens sehr mangelhaft beworben und dem entsprechend von NIEMANDEN besucht.
Beim letzten Sprechtag waren Vertreter der Havebus, der ViP und des Deutschen Bahnkundenverbandes anwesend. Fahrgäste? Wenige! Wenn ich mich nicht irrem, waren es drei gewesen.
Somit kann ich die ViP verstehen, dass ein Interesse an solchen Tagen gering ist.
Mangelhaft beworben, das ist das Stichwort!
BVG und S-Bahn weisen in ihren Kundenpublikationen ausdrücklich auf die Fahrgastsprechtage hin, schließlich haben sie ein Eigeninteresse daran, dass der Sprechtag voll wird.
Der Berliner Fahrgastverband versendet vor jedem Sprechtag Newsletter und Pressemitteilungen, außerdem bestücken die sogar facebook mit den Terminen der Sprechtage.
Aber es ist natürlich eine sehr bequeme Argumentation, wenn man sagt: "Damals kam ja keiner, also machen wir sowas nicht mehr."
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