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Sonntag, 29. Mai 2011
Das Problem Golm
Gemeindegebietsreformen können sich manchmal als Fluch herausstellen. Als am 26. Oktober 2003 die Gemeinde Golm von der Landeshauptstadt Potsdam einverleibt worden war, hat sich vermutlich niemand in der Potsdamer Verwaltung ausmalen können, mit welchen Problemen man im Jahr 2011 einmal kämpfen würde. Und rückblickend wird so mancher im Stadthaus vielleicht klammheimlich denken, dass es besser gewesen wäre, das „gallische Dorf“ am nordwestlichen Stadtrand den Werderanern zu überlassen. Dann müsste man jetzt nicht die fehlgeleitete Verkehrspolitik der Länder Berlin und Brandenburg ausbaden. Von den hausgemachten Problemen ganz zu schweigen. Doch man wollte seitens der Stadt Potsdam wohl die Gemeinde Golm, man wollte die Wissenschaft, man wollte den „Standort“ und jetzt hat man den Ärger.
Dass Studenten eigentlich selten mit dem Auto anreisen, dürfte bekannt sein. Es gibt im studentischen Verkehr die alte und begrüßenswerte Tradition von Fahrrad & ÖPNV. In Zeiten gesteigerten ökologischen Bewusstseins sind Studenten Vorreiter mit diesem individuellen Verkehrsmix. Ein Beispiel, dem viele Nicht-Studenten folgen. Man könnte glauben, dass eine halbwegs vernunftbegabte Verwaltung versuchen wird, diesen Vorreitern mit einem attraktiven Nahverkehrsangebot entgegen zukommen. Nicht nur, aber auch um ein mögliches Umsteigen auf den Pkw von vornherein überflüssig zu machen. Niemand der in Potsdam lebt oder arbeitet könnte bestreiten, dass Berlins kleine Schwester ein Problem mit dem Individualverkehr hat. Und von attraktivem Nahverkehr ist das Gekurve rund um die Ortschaften Golm, Eiche und den Wissenschaftscampus weit entfernt. Das Wort von den unhaltbaren Zuständen macht die Runde. Die Regionalzüge zum Bahnhof Golm sind oft überfüllt, die Busse in der Ortschaft erst recht.
