Freitag, 31. Dezember 2010

Ein Wunschzettel - Teil 2: S-Bahn Berlin GmbH, DB Regio Nord & Land Brandenburg

Der zweite Teil unseres Fahrgast-Wunschzettels für das ÖPNV-Jahr 2011 richtet sich an die Verkehrsunternehmen, die den SPNV in und um Potsdam bestreiten. Außerdem ist es uns ein regelrechtes Herzensanliegen, auch dem Land Brandenburg einige Wünsche für seine sog. Verkehrspolitik auf den Weg ins neue Jahr mitzugeben.

Weihnachten und der Jahreswechsel sind bekanntlich die Zeit der Wunschzettel. Und manchmal, so haben wir als Kinder alle einmal gelernt, gehen diese Wünsche auch in
Erfüllung. Nun sind wir Fahrgäste ja eher daran gewöhnt, dass unsere Wünsche
bzgl. des SPNVs sich gerne mal in real gewordene Albträume verkehren.

Damit wir Fahrgäste von Albträumen zukünftig verschont bleiben, ergreifen wir die Initiative und schenken den SPNV-Verantwortlichen für Potsdam diesen Wunschzettel. In der Hoffnung, er möge ihnen eine segensreiche Hilfe sein, um den SPNV Potsdams besser zu machen und weiter entwickeln zu können.

Zuerst das größte Sorgenkind von allen:

Liebe S-Bahn,

die Qualen, die Du uns nun schon das zweite Jahr in Folge zumutest, sind durch nichts mehr zu rechtfertigen oder gar zu erklären. Wir akzeptieren keinerlei Begründungen mehr! Unser Geduldsfaden ist längst gerissen, unser Verständnis hat sich bereist im Winter 2009 endgültig verabschiedet.

Unsere elementarste Forderung ist daher klar:

KOMM' WIEDER REGELMÄßIG UND PÜNKTLICH!

Weiterhin:

# Sorge dafür, dass wir abends unsere Anschlüsse zu Tram & Bus in Potsdam auch erreichen können, so es sie denn gibt. Rumstehen und warten auf Anschlussreisende sind in einem dichten Takt-Fahrplan etwas zu viel des Engagements.

# Tausche bitte die Linien, die nach Potsdam fahren: statt S7, zukünftig die S1. Oder, noch besser, führe beide Linien wechselweise nach Potsdam.

# Sorge bitte dafür, dass der Bahnhof Griebnitzsee endlich seine dynamischen Abfahrtsanzeigen bekommt und durch die Aufsichten in Potsdam Hbf oder Wannsee auch per Lautsprecher informiert werden kann. 

# Mach endlich deine Ist-Abfahrtszeiten online verfügbar. 

Babelsberg: Britischer Richtungsverkehr zur Verbesserung der Pünktlichkeit.

Sie ist uns mit ihren rot-weißen Zügen stets eine treue Begleiterin, deren Unzulänglichkeiten sie uns ebenso treu und regelmäßig spüren lässt. In den kommenden Jahren scheinen sich einige Verbesserungen anzukündigen, doch wir trauen dem Frieden nicht, erst recht nicht angesichts des derzeitigen (vermeidbaren) Chaos. Deshalb stehen auf diesem Teil des Wunschzettels auch einige Punkte, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.

Liebe DB-Regio,

deine Fahrgäste wünschen sich von dir:

# Pünktlichkeit auf der RE1!

# Pünktlichkeit auf der RE7!

# Pünktlichkeit auf der RB22!

# Die "Reaktivierung" der RB20!

Potsdam Hbf: Hilfs-Besuch aus Schleswig-Holstein im Jahr 2009

# Einen durchgehenden Stunden-Takt der RE7 bis 1 Uhr Nachts - analog zur RE1.

# Einen durchgehenden 30-Minuten-Takt der RE1 bis 22:30 Uhr. 

# Eine Takt-Verdichtung zwischen Potsdam und Berlin - trotz der Bauarbeiten im Grunewald.

# Eine bessere Organisation der Baufahrpläne im Grunewald.

# Eine schnelle Sanierung der RE160-Doppelstockwagen.

# Den regulären Halt von RE1 & RE7 in Berlin-Charlottenburg.

# Die vorzeitige Einführung der neuen Triebwagen auf der RE7 und den Regionalbahnen RB21 & 22.

# Keine Nachteile und Einschränkungen durch den Wechsel beim Fahrzeugeinsatz auf den Regio-Linien. 


Was auch immer S-Bahn & DB Regio anstellen, sie tun es nicht ohne Grund und nur ganz selten ohne Auftrag. Für uns liegt der Schlüssel zu einer nachhaltigen Verbesserung des SPNVs daher ganz klar in einer besseren Verkehrspolitik. 

Hochverehrtes Land Brandenburg,

wir Fahrgäste (Wähler, Steuerzahler) wünschen uns von dir:

# Die 100%ige Rückspeisung vertragsgemäß einbehaltener Bestellmittel in den SPNV & ÖPNV Brandenburgs. 

# Eine wirksame politische Anerkennung des Nahverkehrs als elementaren Verkehrsträger im Land Brandenburg und nicht nur eine Behandlung nach dem Prinzip der (finanzpolitisch bestimmten) gesetzlich vorgeschriebenen Daseinsvorsorge.

# Eine generelle und dauerhafte Aufstockung der bestellten Verkehrsleistungen um 25% gegenüber den Verkehrsverträgen, welche ab Winter 2011/12 bzw. 2012/13 greifen. 

# Die Vereinfachung der Tarifstruktur und mittelfristige Senkung der Tarife im VBB. 

# Eine Nachverhandlung der bereits geschlossenen Verkehrsverträge mit dem Ziel einer restriktiveren Auslegung der Kriterien für Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Fahrgastinformation. 

# Politische Vorgaben zur allgemein verpflichtenden Produktbezeichnung im  Regionalverkehr und die Abschaffung der lizenpflichtigen Produktkategorien der DB AG. 

Vorschlag der IGEB für die zukünftige Bezeichnung von Regionalbahnen ("R") und schnellen Regionalzügen ("RX") | Grafik: IGEB

# Die konsequente Durchsetzung der Verkehrsverträge gegenüber den Eisenbahnverkehrsunternehmen und eine restriktive Anwendung der Bonus-/Mahlusregelungen bei Nichterfüllung oder mangelhafter Leistung.

# Die Gründung einer Landesnahverkehrsgesellschaft zusammen mit dem Land Berlin, zwecks gemeinsamer Beschaffung von Schienenfahrzeugen und der Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Wartun, und einer hohen Verfügbarkeitsquote dieser Fahrzeuge. 

# Eine Bundesratsinitiative zur vollständigen Herauslösung der DB Netz aus dem DB-Konzern mit anschließender 100%iger Verstaatlichung (bspw. in eine AöR).

# Eine Bundesratsinitiative zum Bauabbruch des Projekts "Stuttgart 21" und Neuverteilung der Bundesmittel zum Ausbau von Eisenbahninfrastruktur.


Ein Wunschzettel - Teil 1: ViP & Stadt Potsdam - erschien bereits an Heiligabend 2010.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen