Wie am Montag zu erfahren war, werden die Potsdamer Verkehrsbetriebe (VIP) den Vertrag mit ihrem bisherigen Geschäftsführer Martin Weis über das Jahresende hinaus nicht verlängern. Presseangaben zufolge, stimmte der ViP-Aufsichtsrat mit knapper Mehrheit gegen die Vertragsverlängerung. Als einer der Gründe wurde in der Presse vor allem Weis' Führungsstil genannt, der zu einer erheblichen Verschlechterung des Betriebsklimas geführt hätte.
Weis galt als maßgeblicher Befürworter von Tram-Netzausbauprojekten. Zudem hatte er die Übernahme von Regionalbuslinien, die Neubeschaffung von Straßenbahnfahrzeugen und wichtige Korrekturen am suboptimalen Fahrplankonzept "TAKT 2000" voran getrieben.
Gleichzeitig war er erheblich umstritten, da er das Unternehmen auf einen radikalen Kostensenkungskurs trimmte, was sich merklich negativ auf die Angebotsqualität auswirkte. Und den Potsdamer Nahverkehr noch auf Jahre in seinem notwendigen Wachstum behindern wird.
Ob und wie Weis' Abgang einen Verlust für den Potsdamer Nahverkehr darstellt, wird sich erst mit seinem/-er Nachfolger_In erweisen. Man kann dabei nur hoffen, das die Geister der Vergangenheit, vor allem die selbsterklärten Nahverkehrsberater, diesmal in ihrer Gruft bleiben und Potsdams Fahrgäste verschonen werden.
Die Potsdamer Kommunalpolitik sollte diesen Personalwechsel als Chance betrachten, um die Verkehrspolitik und -strategien für die Landeshauptstadt vollkommen neu auszurichten und den Nahverkehr endlich zum wichtigsten Verkehrsträger der Stadt zu entwickeln. Hierfür braucht es allerdings mehr als nur neue Köpfe. Politischer Gestaltungswillen und eine erhebliche Verbesserung der finanziellen Ausstattung des ÖPNVs der Landeshauptstadt sind unabdingbar.
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